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Extraprima Bordeaux 2017 Subskription Jahrgangsbericht Warmes Herz und kalte Füße

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BORDEAUX

BORDEAUX 2017 SUBSKRIPTION BEI EXTRAPRIMA Warmes Herz und kalte Füße Thomas Boxberger reiste vom 6. bis 13. April 2018 nach Bordeaux und verkostete 955 Fassmuster. BORDEAUX 2017 WARMES HERZ UND KALTE FÜSSE Verheerender Frost, Trockenheit und ein kühler Sommer klingen nicht nach dem optimalen Drehbuch für den 2017er Jahrgang in Bordeaux. Dennoch wurden einige außergewöhnliche Weine erzeugt, die in der Spitze fast an die Vorgänger aus 2015 und 2016 heran reichen und klar über den Gewächsen von 2012, 2013 und 2014 rangieren. Machen Sie sich auf Überraschungen gefasst: Auf Cos d’Estournel konnte man einen Grand Vin bestaunen, der mit geschlossenen Augen eigentlich schmeckt wie ein Lafite-Rothschild! Einer der überragenden Weine des Jahres. Vieles ist also wirklich richtig gut und manches eben groß, vor allem wenn Cabernet beteiligt ist. 2017 ist ein wahrhaft interessanter Jahrgang mit vielen Schattierungen. Daher lohnt es durchaus, sich damit zu beschäftigen. ÜBERBLICK Die Befürchtungen vor meiner achttägigen Reise nach Bordeaux in diesem Frühjahr waren groß. Nach einem frühen Wachstumsbeginn durch einen warmen Winter und Frühjahr erlebte Bordeaux Ende April 2017 den heftigsten Frost seit 1991, mit teilweise enormen Schäden in den niederen Lagen. Die Kälte machte auch den nicht erfrorenen Trieben zu schaffen. Ausgeprägte Trockenheit und ein kühler Sommer setzte den Reben weiter zu. Dennoch wurden auch 2017 einige überragende Weine erzeugt, vornehmlich in den besseren, klassifizierten Lagen. Die Temperaturen lagen übers Jahr etwa ein bis zwei Grad über dem Durchschnittswert, nicht zuletzt deshalb präsentiert sich die reichhaltige Gerbstoffstruktur eher wie aus einem warmen Jahrgang. Frost und kühle Witterung von Juni bis August sorgen für die kühlen, frischen Fruchtaromen und knackige Säure, was insbesondere den gelungenen Weißweinen sehr zuträglich war. Die erste Septemberhälfte war sehr feucht, was den erntereifen Merlots etwas zu schaffen machte. Die später reifenden Cabernets konnten dann bei guten Konditionen eingebracht werden. Für die Süßweine waren die erwähnten Niederschläge wiederum optimal, denn so konnte sich die Edelfäule Botrytis schnell ausbreiten. Château d’Yquem erntete in Folge dessen in nur zwei, statt der sonst üblichen drei bis vier Lesegängen, mit, für einen Spitzen-Sauternes, erfreulich hohen Erträgen. Am Ende der Reise hatte ich wieder über 950 weitgehend erfreuliche Fassmuster verkostet und die Befürchtungen hatten sich glücklicherweise nicht bestätigt.

Warmes Herz und kalte Füße BORDEAUX 2017 SUBSKRIPTION BEI EXTRAPRIMA TERROIR ZAHLT SICH AUS Wieder einmal haben die berühmtesten und besten Lagen in Bordeaux hervorragende Weine in 2017 erzeugt. Das ist kein Wunder. Schließlich wurden die Weinberge in früheren Jahrhunderten dann für gut befunden, wenn sie zuverlässig reife Trauben erzeugten und Frost nur selten auftrat. Daher kamen folgerichtig eher die wärmeren, frühreifen Lagen in der Klassifikation auf die oberen Ränge. Den größten Vorteil hatten im Jahr 2017 die Weinberge nahe der Gironde. Denn dieses große Gewässer dämpft so manche Temperaturspitze ab, da es die direkte Umgebung bei massiver Kälte wärmt und bei extremer Hitze kühlt. Außerdem sorgt die Gironde für eine gute Belüftung, sodass kalte oder heiße Luft nur sehr schwer »sitzen bleiben« kann. Terroirs wie Château Latour hatten beispielsweise nur in den niedrigeren Lagen am Rande des Kieselstein-Plateau um das Weingut leichte Frostschäden zu beklagen. Die niedrig gelegenen Weinberge im Landesinneren hatten es wiederum deutlich schwerer. Während die berühmten Lagen auf und an den Hängen des Kalkstein-Plateau von St.-Emilion nur wenig Frost erlitten, wurde die Produktion vieler einfacher Grand Crus in der Ebene des Dordogne-Tals komplett zerstört. Hier bot sich am Tag nach dem Frost ein verheerendes Bild, das mit den braunen Blättern und Trieben an einen Flächenbrand erinnerte. Auch die von Frost verschonten Triebe wurden von den »kalten Füßen« in der Frostphase nachhaltig »geschockt«. So erzählten manche Winzer, dass viele Pflanzen danach nur langsam wieder in Gang kamen und sich irgendwie merkwürdig verhielten. Um die frostgeschädigten Pflanzen auch beim weiteren Wachstumsverlauf besser von den verschonten Gewächsen unterscheiden zu können, wurden die Rebstöcke vielfach einzeln mit Bändern markiert. Mancher Betrieb kennzeichnete auf diese Weise über 150.000 Rebstöcke. Nur wenige Betriebe nutzten die Triebe der zweiten Generation für die Weinbereitung, die sich bei den geschädigten Reben nach dem Frost üblich bilden. Auf Château Cheval-Blanc ist man besonders stolz darauf, dass es ein Teil der Trauben der zweiten Generation sogar in den Grand Vin geschafft hat. Da ein Großteil der alten Cabernet Franc-Reben auf schwerem Lehm stehen, wurden diese besonders vom Frost betroffen. Ohne diesen Cabernet Franc hätte sich der Charakter des 2017er Cheval Blanc grundlegend in Richtung Merlot verändert. Also nahm man die Herausforderung mit großem Pflegeaufwand der Pflanzen an und erntete 16 Tage nach Abschluss der Lese der ersten Generation. Während der anhaltenden Trockenheit im Sommer hatten die Reben auf Lehm wiederum weniger Wassermangel, was den Reifeabstand zwischen ersten und zweiten Generation etwas kompensierte. Natürlich sind die Erträge der zweiten Generation generell sehr gering, weshalb sich den Arbeitsaufwand auch nur die besten Châteaux überhaupt leisten konnten. DER JAHRGANGSCHARAKTER Den besten Weinen des Jahrgangs merkt man keinerlei negativen Einfluss an. Sie sind unglaublich präsent und intensiv, mit feinkörnigen Gerbstoffen und guter Struktur ausgestattet, dabei dennoch nicht schwer. Wenn man überhaupt von einem flächendeckenden Vorteil der einen oder anderen Appellation sprechen kann, dann wären es wohl eher die Orte des nördlichen Médoc: St.-Estèphe, Pauillac und St.-Julien. Einerseits sind die wasserdurchlässigen Kieselböden etwas weniger frostanfällig, andererseits spielten der Wachstumszyklus und die niederschlagsfreie zweite Septemberhälfte den Cabernet-geprägten Weinen in die Hände. Jedes Mikroklima hatte seine ganz eigene Problematik mit Frost und Trockenheit. Tendenziell besitzen die 2017er niedrige Alkoholwerte. Lafite- Rothschild kam beispielsweise nur auf 12,6 % und hat dennoch einen sehr kraftvollen, ungewöhnlich rotbeerigen Wein erzeugt. Die mächtige Gerbstoffstruktur in den Weinen spiegelt die Wärme des Jahrgangs wieder, ihre leicht raue Textur ist geprägt von Frost und kühlem Sommer. Letzterer brachte auch die allumfassende Frische in den Rot- und Weißweinen. Die Fruchtaromen sind reif, sehr klar und kühl, bisweilen auch jugendlich roh und pikant. Höchst variabel zeigt sich die Säure der 2017er. Bei den besten Weinen ist sie hervorragend integriert, wirkt knackig und projiziert Transparenz und Vielschichtigkeit an den Gaumen. Manchmal wirkt sie etwas hart und steht solitär, ohne Verbindung mit den Gerbstoffen und dem Extrakt aufzubauen. Allerdings hatte man auch oft den Eindruck, dass sich die Weine noch in einem sehr jugendlichen, fast rückständigen Stadium befanden. Der weitere Ausbau wird vielen Weinen sicherlich gut tun. Bereits gesichert ist jedenfalls, dass der Jahrgang 2017 eher geeignet ist, länger gelagert zu werden. Nur wenige Weine werden so schnell zugänglich sein wie die breiter und fülliger angelegten 2016er. Die 2017er Weine bezeichnen die Erzeuger als »droit«, also vertikal geradlinige Weine mit Durchzug. Blick von Château Ausone

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